BOH kompakt 2015:     ... vorheriger Artikel     


Konzert in Ahlen

Unter dem Motto „Kontraste“ stand das Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Havixbeck. Das war nicht nur musikalisch so gemeint,
sondern durchaus auch visuell. Denn nicht immer ließen sich die ĂŒber 50 Musiker unter der Leitung von Dirigent Dirk Annema
am Sonntagvormittag im Lokschuppen der Zeche „Westfalen“ auf ihren StĂŒhlen festsetzen.
Schon beim Konzertbeginn suchte das zahlreich erschienene Publikum eine Orientierung. Wieso sitzt das Orchester nicht vorne auf
seinen PlĂ€tzen? Es hatte stattdessen seine Zuhörer regelrecht umzingelt, um die Sonate Nummer 13 von Giovanni Gabrieli zu spielen. „Es war das erste Surround-System der Renaissance“, erklĂ€rte Moderatorin Barbara Hettlich, die auch stellvertretende Vorsitzende des Orchesters
ist und gleich hinzufĂŒgte: „Es ist doch schön, den Sonntag mit einer Matinee zu beginnen.“
Von der Renaissance schlugen die Musiker dann mit Philipp Sparkles „The Sun Will Rise Again“, das der Komponist als Hilfe fĂŒr die Erdbebenopfer in Hiroshima im Jahr 2011 schrieb, einen Bogen zur Neuzeit, nun in klassischer Orchesterformation
in Front der Zuhörer. Um dem Konzertmotto „Kontraste“ auch musikalisch Nachdruck zu verleihen, folgte eine weitere Reise durch die Jahrhunderte und auch Musikstile. Mal bedĂ€chtig tragend, mal monumental und kraftvoll. Zu Letzterem gehörte David Maslankas Werk „Give us this day“, das der amerikanische Komponist an das „Vater unser“ angelehnt hat. Mitunter nahmen einige Passagen durch die BlĂ€ser
und Percussionisten eine solche Kraft und LautstĂ€rke an, dass Barbara Hettlich hinterher nur froh konstatierte: „Wir sind beruhigt,
dass noch alles steht.“ Gut, dass es anschließend mit Leonhard Cohens „Halleluja“ erst mal wieder etwas ruhiger zuging. Vor der Pause
standen die Musiker erneut auf und sorgten mit dem „Rock Trap“ ohne Instrumente, aber dafĂŒr mit rhythmischen HandschlĂ€gen, Body-
Percussion genannt, mit A-Capella Begleitung fĂŒr einen weiteren Überraschungsmoment.
Ein Höhepunkt war ohne Zweifel auch Ferrer Ferrans „Luces Y Sombres“, ein sinfonisches Gedicht zur Geschichte der spanischen
Stadt Valencia. Mit den Medleys „Classic Rock’n‘Roll“ und „80er-Jahre-Kult“ verabschiedete sich das Orchester
von einem begeisterten Publikum.