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Folgende Instrumente sind im Blasorchester Havixbeck von 1878 besetzt:

Flöte

Die Flöte ist eine einfache Röhre mit einigen Löchern, die braucht man nur zuzuhalten und rein blasen, dann kommen Töne. Das war einmal.
Vor rund 200 Jahren konstruierte Theobald Boehm die Querflöte wie wir sie heute kennen. Die Flöte wird inzwischen aus Metall gebaut und hat Klappen. Durch dieses so genannte Boehm-System können nun alle Töne einer Tonleiter gespielt werden.
Querflöten gibt es in unterschiedlichen Größen. Auf der 26 cm kurzen Piccoloflöte kann man sehr hohe Töne spielen, auf der Bassflöte hingegen sehr tiefe. Flöten sind die höchsten Holzblasinstrumente.

Flötisten sind fleißig und schnell. Im Orchester scheinen sie doppelt so viel zu arbeiten als die anderen Musiker.


Oboe

Der Name Oboe leitet sich vom französischen Wort „hautbois“ ab und bedeutet hohes oder lautes Holz.
Die Vorgänger der Oboe gab es schon im Jahre 3000 vor Christus. In der Bibel wird die Chalil erwähnt. Dieses Instrument wurde im Tempel gespielt und war in ganz Jerusalem zu hören. Im Mittelalter gab es die Pommer oder die Schalmei. Daraus entstand im Barock die Oboe, die bis heute weiter entwickelt wurde.

Das Mundstück der Oboe wird kurz „Rohr“ genannt. Da der Klang der Oboe stark vom Rohr abhängt, hüten alle Oboisten ihr Rohrblatt wie einen Schatz.


Fagott

Die Vorgänger des heutigen Fagotts gibt es ab Mitte des 1700 Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde das erste zerlegbare Bassinstrument entwickelt.
So leitet sich der Name aus dem italienischen Wort „fagotto“ für „Bündel“ ab. Ein Fagott ist aus Ahornholz oder Palisander und etwa 1,35 m hoch. Würde man es nicht gebündelt aufeinander stecken, hätte es eine Länge von ungefähr 2,9 m.

Fagottisten haben also jede Menge Holz und ein ordentliches Bündel zu tragen.


Klarinette

Im sinfonischen Blasorchester bildet die Klarinette das Gegenstück zur Geige. Auch wenn beide Instrumente aus Holz sind, gibt es doch wesentliche Unterschiede. Ein Unterschied besteht vor allem darin, dass man sie in den Mund nimmt, während man die Geige am Hals trägt.
Da es Klarinetten in unterschiedlichen Größen und Bauarten gibt, kann von einer ganzen Klarinettenfamilie gesprochen werden.

Klarinettisten müssen wahre Bastelfreunde sein. Bevor sie auf ihrem Instrument spielen, setzen sie es sorgfältig aus 5 Einzelteilen zusammen.


Saxophon

Das Saxophon ist noch ziemlich jung und zählt zu den Holzblasinstrumenten.
Es wurde von Adolphe Sax erfunden und im Jahre 1846 patentiert. Er konzipierte das neue Instrument für die Stimmlagen von Sopran bis Subkontrabass. Mit dem Aufkommen des Jazz begann der eigentliche Siegeszug des Saxophons. Sax begründet in der Patentschrift seine Erfindung mit dem Fehlen gut klingender Holzblasinstrumente.

Dieser Einschätzung schließt sich der Saxophonsatz ohne Einschränkung an.


Trompete und Flügelhorn

Die Trompete ist ein hohes Blechblasinstrument.
Schon vor 3500 Jahren spielten die Ägypter trompetenartige Instrumente. Diese Trompeten waren lang gestreckt und ohne Windungen und Ventile. Seit 1830 ist die heutige Bauform mit drei Ventilen bekannt. Begriffe wie Fanfarentrompete, Heroldstrompete und Signaltrompete beschreiben die geschichtliche Bedeutung. Die Trompete galt als Herrschaftssymbol.

Dieser Verantwortung sind sich die Trompeter durchaus bewusst. Auch im heutigen Orchester wissen sie um ihre Stellung.


Horn

Das Horn wurde ursprünglich aus Hörnern von Ziegen, Schafen und Rindern gemacht und ist wohl eines der ältesten Instrumente. Da ein Horn auch von weit weg zu hören ist, wird es bei der Jagd eingesetzt.
Heute ist ein Horn eine kreisrund gebogene Messingröhre mit 3 Ventilen. Der Klang des Horns ist tiefer als der Klang der Trompete und höher als der Klang von Posaune und Tuba. Das Horn im Sinfonieorchester nennt man Waldhorn. Es gilt als das am Schwersten zu spielende Blechblasinstrument.

Der Hornist bläst durch ein schmales Trichtermundstück in sein Instrument und manchmal staunt er, was aus dem Schallbecher am Ende der Spirale herauskommt.


Tenorhorn und Euphonium

Das Tenorhorn ist ein tiefes Blechblasinstrument. Klanglich liegt es zwischen der Trompete und der Tuba. Erstmals eingesetzt wurde es 1847 in der Militärmusik.
Das Euphonium (wohlklingend) ist ein tiefes Blechblasinstrument und ist mit seinem weichen Klang das „Violoncello“ der Blasmusik. Es wurde 1843 von Sax erfunden. Der Unterschied der beschriebenen Instrumente liegt vor allem in der Weite der Mensur (Verhältnis Rohrlänge zu Rohrdurchmesser). Das schmaler gebaute Tenorhorn hat einen hellen, klaren Klang, während das breitere Euphonium einen weichen, runden Klang hat.

Äußerlichkeiten wie schmal oder breit, sind in diesem Satz keine Frage. Hier zählt nur der innere Wert. Der Klang ist zum dahin schmelzen.


Posaune

Die Posaune ist ein tiefes Blechblasinstrument und zählt zu den Trompeteninstrumenten. Die heutige Form der Posaune entstand um 1450 als Weiterentwicklung der Zugtrompete. Die Posaune ist neben der Violine eines der ältesten Orchesterinstrumente. In der Barockzeit kam sie aus der Mode. Durch Beethoven bekam sie wieder einen Platz im Orchester. Er besetzte sie erstmals im 4. Satz seiner 5. Sinfonie. In modernen Blasorchestern sind üblicherweise vier Posaunenstimmen besetzt.

Im Alten Testament wird davon berichtet, wie die göttlichen Posaunen die Mauern von Jericho zum Einsturz bringen. Auch unser Satz posaunt sein Können hinaus, wobei die Mauern des Proberaums dem gewaltigen Klang standhalten.


Tuba

Die Tuba ist das tiefste aller gängigen Blechblasinstrumente und zählt zu den Horn-Instrumenten. Im Römischen Reich wurden Blasinstrumente aus Messing oder Bronze als Tuba (Röhre) bezeichnet. Es war eine lang gestreckte R&ouzml;hre mit schmalem Schallbecher, ähnlich einer Fanfare. Die Tuba wie wir sie heute kennen wurde in Berlin um 1835 kurz nach der Erfindung der Ventiltechnik entwickelt.
Eine Kontrabasstuba kommt einschließlich aller Ventilschleifen auf eine Länge von 966 cm und hat damit die größte Rohrlänge aller Blechblasinstrumente.

Im Sitzen ruht die Tuba auf den Oberschenkeln des Bläsers während der Tubist in sich selbst ruht.


Schlagzeug

Schon die Urmenschen haben Gegenstände aus ihrem Alltag zu Schlaginstrumenten umfunktioniert. Die meisten dieser Instrumente haben ihre Heimat in Afrika, Südamerika und in Asien.

Im Orchester sind Drumset, Perkussion. Stabspiele / Mallets und die Pauken die am häufigsten genutzten Schlaginstrumente, Sie sind fast bei jedem Konzert dabei.
Böse Zungen behaupten ja, Schlagzeug ist kein Instrument und dient lediglich zum Verdecken wackliger Stellen.

Das gilt natürlich nicht für uns. Unsere Schlagzeuger verstehen ihr Handwerk um dann genau zum richtigen Zeitpunkt mit ihrem Bums oder Pling groß herauszukommen.

Optional sind bei uns der Kontrabass und das Klavier besetzt.

Kontrabass

Der Kontrabass ist das tiefste und mit ca. 1,80m das größte Streichinstrument. Es gibt ihn seit etwa 400 Jahren und er hat normalerweise wie alle Streichinstrumente vier Saiten. In französischen Orchestern gab es im 19. Jahrhundert den 3-saitigen Oktobass mit einer Größe von bis zu 4 Meter. Um sein Instrument zu spielen, stieg der Musiker auf ein Podest.

Unser Bassist klettert nicht so hoch hinauf, doch das Streicheln der Saiten mit dem Bogen oder das Zupfen verleiht ihm Flügel.


Klavier

Das Klavier wie wir es heute kennen stammt aus dem 19. Jahrhundert. Auf dem Klavier kann der Musiker, im Gegensatz zu den Vorgängerinstrumenten wie Klavichord und Cembalo laut und leise spielen.
Das Klavier war in Europa schon immer sehr beliebt. Viele Komponisten spielten es und komponierten Stücke für Klavier.
Im Orchester wird es häufig als Soloinstrument eingesetzt.

„Bringen Sie dem Mann am Klavier noch ein Bier …“ er hat es sich auf jeden Fall verdient.

Wenn er die Bühne betritt kann das Konzert beginnen.

Dirigent

Der Dirigent leitet sein Orchester. Dabei zeigt er durch Gestik, Mimik und Körperbewegung an, wie und wann die Musiker spielen sollen. Dabei hat er einen Taktstock in der Hand, damit auch die Musiker in der letzten Reihe seine Anweisungen sehen können.
Der Taktstock in seiner heutigen Form ist etwa 200 Jahre alt. Vor dieser Zeit stampften die Orchesterleiter mit den Füßen oder einem Zeremonienstab auf den Boden. Das war sehr laut und hat ziemlich gestört.

Heute schlägt der Dirigent natürlich mit seinem Taktstock nirgends drauf. Wie mit einem Zauberstab hält er die Schar der Musiker einigermaßen zusammen.